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Fragen & Antworten

Was Du Dich bisher nie getraut hast zu fragen

  • Warum ist es wichtig, das Datenkapital zurück nach Europa zu holen?

    Das hat sehr vielfältige Gründe und nur ein paar können hier genannt werden. Im Grundsatz kann man sagen, dass Datenkapital reales Kapital erzeugt. Wenn in Firmen investiert wird oder sie an der Börse gehandelt werden, dann wird sowohl der Besitz von Daten, als auch ihre Fähigkeit mit diesen Daten umzugehen bewertet. Wenn das Datenkapital zurück nach Europa fließt, dann wird mehr in europäische Firmen investiert, der Börsenwert steigt und es wird auch deren Umsätze und Gewinne steigern. Das schafft und sichert Arbeitsplätze und erhöht das Steueraufkommen. Auch Rentenfonds und Lebensversicherer können bessere Zinsen erwirtschaften, weil diese sich teilweise über die Börse refinanzieren und wenn sie dies im Euroraum tun können, dann haben sie kein Wechselkursrisiko mehr. Das ist alles stark vereinfacht, aber im Kern ist es klar: Mehr Sprit im Tank des europäischen Wirtschaftsraums.

  • Wieviel Datenkapital haben Tech Firmen wie Facebook oder Twitter?

    Zum momentanen Zeitpunkt kann man nur Schätzungen darüber anstellen, welchen Wert die von Facebook und Co. gesammelten Daten tatsächlich haben. Maßgeblich für die Preisbildung von Daten ist, wie viel jemand bereit ist für diese oder für darauf basierende Produkte zu bezahlen. Das wiederum hängt von den Erwartungen des Käufers, dem kalkulierten Nutzen, etc. ab.

    Am ehesten abschätzen kann man das potenzielle Datenkapital verschiedener TechFirmen somit anhand ihres Börsenwertes.

    Nehmen wir mal ein fiktives Soziales Netzwerk aus den USA, dass im Moment grob 250 Milliarden Dollar wert wäre. Manche Börsenspezialisten sagen, dass bei solchen Firmen mindestens 25% des Börsenwertes auf dem Besitz von Benutzerdaten beruht. Das wären dann 62,5 Milliarden Dollar. Nehmen wir nun weiter an, dass 400 Mio. Europäer und 300 Mio. Amerikaner in diesem Netz sind, dann kommt man auf 46,875 Milliarden Dollar die auf europäischen Benutzerdaten basieren. Bei nur einem fiktiven sozialen Netzwerk.

  • Warum verursachen Datensilos massive Schwierigkeiten?

    Die massenhafte Speicherung von Daten an einem Ort ist immer dann ein Problem, wenn es sich um personenbezogene Daten handelt. Diese Daten verraten viel über einen Menschen: Eigenschaften, Interessen, Meinungen, Kaufabsichten, etc.

    Die Erhebung, Nutzung und der Handel mit diesen Daten ist ein riesiges Geschäft. Aus diesem Grund sind Datensilos für personenbezogene Daten auch beliebte Angriffsziele. Eine einzige Kreditkartennummer ist vergleichsweise wenig wert, doch für eine Million Kreditkartennummern kann man einen stolzen Preis erzielen.

    Auch für die restliche Wirtschaft wird die Hortung personenbezogener Daten in Silos zunehmend ein Problem, denn viele Produktions- und Vertriebsmodelle basieren heute auf solchen Daten. Die Wenigen, die diese Daten besitzen, können die Preise dafür diktieren und ohne grosse Probleme in die Geschäftsfelder anderer Firmen eindringen. Das gefährdet den Wettbewerb, kostet Arbeitsplätze und ist auch sonst nicht im Interesse des Verbrauchers.

  • Was macht eine europäische Genossenschaft?

    Genossenschaften sind Zusammenschlüsse von Menschen zu einem gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. So kann gemeinsam mehr erreicht werden, als es jedem auf sich alleine gestellt möglich wäre, bspw. der Erwerb eines Mietshauses oder gemeinsamer Landmaschinen.

    Die Genossenschaft ist eine Kapitalgesellschaft, wie eine GmbH oder AG. In der Genossenschaft besitzt allerdings jeder ganz demokratisch nur eine Stimme, während in einer GmbH oder AG derjenige mit den meisten Anteilen das Sagen hat. Dadurch sind bei einer Genossenschaft feindliche Übernahmen ausgeschlossen, denn kein Konkurrent kann sich einkaufen. Der größte Anteilseigner bekommt zwar am Ende des Jahres einen größeren Anteil vom Kuchen, aber er kann den anderen nicht seinen Willen aufzwingen.

    Die europäische Genossenschaft (lateinisch Societas Cooperativa Europaea (SCE)) ist eine Gesellschaftsform die 2006 ins Leben gerufen wurde und somit deutlich moderner ist, als das deutsche Genossenschaftsrecht.

  • Warum werden eigentlich gleich immer Millionen von Datensätzen auf einmal gestohlen?

    Stellen Sie sich ein Datenbanksystem wie ein Hochhaus vor und Ihr Datensatz wie eine Wohnung in diesem Hochhaus. Unten an der Haustür ist jede Menge Sicherheitstechnik, aber die Wohnungen stehen alle offen. Einmal am Türsteher vorbei oder durch eine Hintertür, die vergessen wurde, und schon können Sie alles mitnehmen.

    Warum ist das so:

    Das hat viele Gründe, aber fast immer spielt die Droge der Internet Wirtschaft eine Rolle - ständiger Wandel. Das Hochhaus wird ständig umgebaut, da bleibt schon mal eine Tür offen stehen. Auch sind zentrale Systeme einfacher zu programmieren und einfacher heißt schneller fertig.

  • Wie kann man durch personalisierte Daten Wahlen beeinflussen?

    Es reichen circa 7 Attribute (wie Geschlecht, Wohnort, etc.) aus, um relativ gut abzuschätzen, welche politische Gesinnung jemand hat und ob der Wähler noch unentschlossen ist, welche Partei er wählen wird. Dann werden dem Benutzer Artikel angezeigt, die mit der Wahl scheinbar nichts zu tun haben. Zeigt der Leser Interesse, sprich klickt er auf den Link, kann man weitere Rückschlüsse ziehen. So ermittelt man eine Gruppe von beeinflussbaren Wählern und konzentriert die Wahlwerbung genau auf diese Gruppe. Meist ist diese Wahlwerbung auch als solche gar nicht mehr zu erkennen. Da werden Gerüchte von vermeintlichen Experten in die Welt gesetzt, Fakten verdreht oder allerlei andere fiesen Tricks angewendet. Wer diese Daten nicht hat, der kann nicht gezielt auf die Wechselwähler gehen und ist daher nicht so "effizient".

    Wir glauben gerne, dass wir gegen solche Vorgehensweise immun sind, aber wäre das so, dann gäbe es keine Werbung.

  • Was sind meine Daten wert?

    Der Wert von Daten ist höchst individuell. Es gibt nicht den einen Betrag, denn es kommt immer darauf an, wer sie kaufen will, was er damit machen kann, welche Daten es sind und wer Sie sind. Die Handynummer von Frau Merkel ist sicher teurer als die von einem Ottonormalverbraucher. Man kann diesen Wert auch nicht vergleichen mit dem Wert eines realen Gegenstandes, denn wenn dieser verkauft wurde, dann ist zwar Geld da, aber der Gegenstand weg. Daten sind eher vergleichbar mit Rechten an Musik. Man kann sie mehrfach verkaufen, ohne das der Wert deswegen verfällt.

    Der Umsatz, der mit Datenhandel und Datenauswertung gemacht wird, beläuft sich auf zig Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland. Die Tendenz ist stark steigend. Die Summe, die dabei an die betroffenen Personen geht, ist recht einfach zu beziffern: 0€. Die “kostenlose” Nutzung der Services wiegt dabei bei weitem nicht den Gegenwert der Daten auf, ansonsten wären die Gewinne der großen “Datenkraken” nicht so riesig.